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Layzee
Layzee
Da ich in meiner Eigenschaft als Mensch weit davon entfernt bin, perfekt zu sein, bin aus eben diesem Grund auch nicht davor geschätzt, mitunter einem "Rudeldenken" oder der viel besungenen (vor Allem im deutschen Schlager) "Mitläuferschaft" zu verfallen. Kurzum: Was alle Anderen tun muss nicht zwingend schlecht sein (Lemminge werden da sicher widersprechen).

Und so lasse ich mich denn an dieser Stelle nun auch dazu hinrei√üen, hier ein paar Worte zu meiner Person zu verlieren und Euch (vielleicht) auch einen kleinen Einblick in mein Privatleben zu gew√§hren (das √ľberlege ich mir aber im Laufe des Verfassen dieses Textes noch).

Zun√§chst mal bin ich - wie alle, die diesen Text hier nun lesen k√∂nnen - irgendwann einmal geboren worden, sprich man hat mich konsequenzfrei und ohne Androhung empflindlicher Haftstrafen im damals noch recht h√ľbschen Duisburg-Meiderich auf die Menschheit losgelassen. Gut, das war Anfang der 70er Jahre (genauer 1971), da sah man vielleicht auch viele Dinge noch nicht so eng.

Mich heute treffend zu beschreiben wäre nicht möglich ohne das Gesetz zu brechen.
Bei diesem ganzen "Political Correctness" - Wahn, dem "Gender-Neutralism" und anderen ethnischen Errungenschaften der modernen Zivilisation weiss man ja manchmal schon selbst nicht mehr, was und wer genau man selbst eigentlich ist.

Was ich aber inzwischen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen kann ist, dass ich, gemessen an meiner Statur, meinem Kleidungsstil und diversen sichtbaren bzw eben nicht sichtbaren Geschlechtsmerkmalen, doch ziemlich deutlich dem männlichen Geschlecht zuzuordnen bin. Jedenfalls sehe ich in Kleid oder Rock doch ziemlich bescheuert aus.

Mein Werdegang liest sich wie ein Horrorschocker, weswegen ich Euch an dieser Stelle die Einzelheiten erspare. Jedenfalls war ich als Kind sehr h√§sslich, was sich jetzt mit fortschreitendem Alter nicht wesentlich ge√§ndert hat. Selbst meine Mutter zog mir immer eine Papiert√ľte √ľber den Kopf wenn sie mich mit zum Einkaufen nahm. Dabei war SIE es, die mich direkt nach der Geburt auffing als der Arzt mich vor Lachen fallen lie√ü.
Ich hatte als kleiner Bub sehr gro√üe F√ľsse, wenn ich die Schuhe auszog war ich halb nackt und mein Vater war gezwungen, eine zweite Garage f√ľr meine Schuhe anzumieten, weshalb er mich auch nicht wirklich gut leiden konnte. Einmal schlug er mich mit dem Kopf gegen eine Bordsteinkante, immer wieder. Eine Passantin kam vorbei und sagte v√∂llig schockiert: "H√∂ren Sie mal, Sie k√∂nnen doch den kleinen Jungen nicht so mit dem Kopf gegen die Bordsteinkante schlagen!" - "Ach nein? Warum nicht?" - "Na da f√§llt doch die M√ľtze runter!" - "Ach, da machen Sie sich mal keine Sorgen, die ist angenagelt."

Ich hatte drei Br√ľder, die hie√üen alle Heinz, bis auf Karl, der hie√ü Klaus.

Ansonsten verlief meine Jugend eher unspektakul√§r, wobei ich schon in der Grundschule feststellen musste, dass Joints fahrunt√ľchtig machen k√∂nnen.

Heute ist all das Vergangenheit. Vergessen. Verdrängt. Manches verarbeitet. Manches nicht. Wie bei jedem von uns.

Heute bin ich, wie man so schön sagt, weitestgehend "zivilisiert". Ich bin politisch interessiert, wobei ich mich jedoch in keine Schublade stecken lasse und mir immer eine eigene Meinung bilde.

Mit Musik hab ich zu tun solange ich denken kann.
Meine Karriere als DJ startete ich im Alter von zarten 15 Jahren bei einer Sparclubauszahlung f√ľr 50 DM Entlohung. Es folgten im sp√§teren Verlauf der eine oder andere Club (damals hiessen die noch Discotheken), die eine oder andere Veranstaltung usw usf. Irgendwann so um die Jahrtausenwende herum entdeckte ich dann "Webradio" als Medium und bin seitdem (mit zwischenzeitlichen kurzen Unterbrechungen) bis heute dabei geblieben. Als Live-DJ trete ich seit ca 10 Jahren nicht mehr in Erscheinung, man wird schlie√ülich auch alter und f√ľhlt sich dann wohl eher in Cafes oder bei Tanztee-Veranstaltungen heimisch.

Tja, das war's so im Groben von mir, viel mehr gibt es da auch nicht zu erzählen.
Also werde ich mich dann jetzt wieder mit sinnvollen Dingen besch√§ftigen wie Tennisb√§lle pflanzen, Wind um die Ecke schaufeln oder Salat b√ľgeln.

Wir hören uns!
 
Gaby
GrinGrinGrin

Klasse geschrieben Layzee. Da muss man bei manchem Satz lachen.
 
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